Akademische Tage: Austerität versus Solidarität

Im Rahmen des Themensemester “Austerität versus Solidarität” finden vom 22.1. bis zum 26.1. wieder “Akademische Tage” statt. Der Arbeitskreis Plurale Ökonomik und der FSR Sozialökonomie laden in dieser Woche zu zwei Veranstaltungen ein:

 

 

 

 

Modern Money Theory and European Macroeconomics – an Alternative to the Policy of Austerity?

 Vortrag und Diskussion mit Dirk Ehnts am 22. Januar 18:00 – 20:00 Uhr  (Von-Melle-Park 9, Raum S27)

The collapse of the global financial system in 2007 hit the neoclassical economic mainstream in its mark. But instead of being the starting point for a process of radical self-reflection, in fact, the crisis functioned as a door opener for the neoliberal policy instrument of austerity. Dr. Dirk Ehnts is one of the leading academics in the field of alternative Macroeconomics and Monetary Theory in the German speaking area. Having his theoretical roots in the concept of Modern Monetary Theory (MMT), Ehnts is able to expose austerity not just as a useless but rather as a dangerous tool in times of a stagnating european economy. With his simple methodological approach focusing on balance sheets, he reveals why traditional economists and policy makers assume wrong when identifying government debts as the root of all evil. The presentation will be in english targeting students with interests in economics from all disciplines.    

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Florian Schui: Austerität – Geschichte eines großen Fehlers

Vortrag und Diskussion mit Florian Schui am 26. Januar 18:00 – 20:00 Uhr (Von-Melle-Park 9,Raum S30R)

Der Wirtschaftshistoriker Prof. Dr. Florian Schui erklärt die Austeritätspolitik in Europa für ökonomisch gescheitert, da Ziele wie Schuldenabbau, Wirtschaftswachstum und Wohlstand nicht erreicht worden sind. In seinem Buch „Austerität: Politik der Sparsamkeit: Die kurze Geschichte eines großen Fehlers“ stellt Schui die Frage warum die Sparpolitik trotzdem von PolitikerInnen, ÖkonomInnen und weiten Teilen der Öffentlichkeit gestützt werden und setzt die Diskussion in einen historischen Kontext. Florian Schui, der an der Universität St. Gallen lehrt, analysiert die Entwicklung des Austeritätsbegriffes von Aristoteles über Keynes und Hayek bis in die Gegenwart und zeigt historische Beispiele für gescheiterte Austeritätspolitik auf. Die Erklärung warum sich die Idee der Austerität in der Wirtschaftspolitik so hartnäckig hält, sieht Schui in dem moralischen Argument der Sparsamkeit. Ökonomisch und historisch jedoch habe diese Idee sich für die Bewältigung von Wirtschaftskrisen Mal um Mal als großer Fehler erwiesen.