Mit der EZB das Klima retten?

Das wichtigste Jahrzehnt für die Menschheit beginnt am 1. Januar 2020: Wenn wir jetzt nicht handeln, ist es zu spät!

Mit einem „Green New Deal“ können wir die soziale und ökologische Wende schaffen, um den Klimawandel zu stoppen. Dafür braucht es wieder einen aktiven Staat. Nur wenn Busse und Bahnen fahren, können sich Menschen, die sich die Miete in den Innenstädten nicht leisten können, auf das Auto verzichten.

Die „Modern Monetary Theory“ (MMT) ist eine Wirtschaftstheorie, die US-Präsidentschaftskandidaten wie Bernie Sanders beeinflusst hat. Demnach fehlt es Staaten in ihrer eigenen Währung nie an Geld. Denn die Zentralbank kann das Geld schaffen und bis zur Vollbeschäftigung in die Wirtschaft pumpen – sofern die Währungen frei schwanken.

Sahra Wagenknecht (Fraktionsvorsitzende DIE LINKE im Bundestag) und der Ökonom und Geldtheoretiker Dirk Ehnts (TU Chemnitz) diskutieren an der Universität Hamburg darüber, welche Rolle die Europäische Zentralbank beim Kampf gegen den Klimawandel spielen sollte.

Moderation: Fabio De Masi (Stellv. Fraktionsvorsitzender DIE LINKE im Bundestag).

Montag, 21. Oktober 2019 von 18:30 bis 21:00 , Universität Hamburg, Hauptgebäude, Hörsaal ESA A, Edmund-siemers-Allee 1

Statement des AK Plurale Ökonomik Hamburg zu den Fakultätsratswahlen an der WiSo Fakultät

Seit 2012 setzten wir uns an der Universität Hamburg für mehr Theorie- und Methodenvielfalt und Realitätsbezug in der VWL ein. Dies tun wir, indem wirLehre mitgestalten, Forschung kritisch begleiten und eigene Veranstaltungen und Bildungsangebote organisieren. Mit unserer Liste zu den Fakultätsratswahlen treten wir für folgende Veränderungen in der Lehre am Fachbereich VWL ein:
Für eine VWL mit Realitätsbezug!

Es ist problematisch, dass Themen wie Ungleichheit, ökonomische Ursachen des Rechtspopulismus und Klimakrise nur einen kleinen Bestandteil unserer Kurse
und Vorlesungen ausmachen. Wir fordern eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen. Diese Auseinandersetzung soll auch
außerhalb neo-klassischer Modelle stattfinden, da diese Modelle die Sichtweise und Analyse wirtschaftlicher Probleme mit ihrem formalisierten Gleichgewichts- und
Rationalitätsgedanken verzerrt und verklärt.
Um wirtschaftliche Fragestellungen einordnen und hinterfragen zu können fordern wir eine Lehre, welche die verschiedenen Theorien und Ansätze in der VWL wiederspiegelt und Bezug zu konkreten Problemen herstellt.

Für die Klimakrise brauchen wir in unserem Studium eine kritische Auseinandersetzung
mit Wachstum und unserer Wirtschaftsweise. Um Ungleichheit zu verstehen, müssen
wir uns verstärkt mit den globalen Besitz- und Vermögensverhältnissen, sowie mit der
Geld- und Finanzwirtschaft auseinandersetzen. Um die ökonomischen Grundlagen des
Rechtsruckes zu verstehen, brauchen wir verstärkt eine historische Betrachtung von
wirtschaftlichen Entwicklungen.
Für all diese Probleme gibt es Ansätze und Theorien in der VWL (z.B. ökologische
Ökonomik, marxistische Ökonomik, Postkeynesianismus und feministische Ökonomik),
die zurzeit kaum oder gar nicht im VWL-Studium gelehrt werden.

Im Fakultätsrat arbeiten wir seit fast 4 Jahren gemeinsam mit unseren Kommiliton*innen
aus der Sozialökonomie und den Sozialwissenschaften für eine kritische, realitätsnahe
und problemorientierte Lehre und Universität. Dies wollen wir weiter fortsetzen und
daher treten wir wieder als Plurale Ökonomik zum Fakultätsrat an

Monsanto oder Mikro – wer schadet der Gesellschaft mehr?

Ein wirtschaftsethischer Vergleich von Konzernmacht und der Wirkung heutiger Wirtschaftswissenschaften mit Dr. Thomas Dürmeier

Papst Franziskus sagt: „Diese Wirtschaft tötet.“ Der Leverkusener
Agrochemieriese Bayer kaufte den viel kritisierten Gentechnikriesen
Monsanto. Trotz Glyphosat oder Bienensterben will Bayer & Monsanto damit
eine nachhaltige Welternährung erreichen.
Wirtschaftswissenschaftler*innen wie der „Lehrbuchökonom“ Hal Varian sind
heute Chefökonomen bei Konzernen wie Google.
Seit der Gründung des Netzwerkes Plurale Ökonomik wird über die
Wechselwirkung zwischen Wirtschaftslehre und Großunternehmen diskutiert. Oft werden Machtverhältnisse in wirtschaftswissenschaftlichen Modellen vernachlässigt und
Thomas Dürmeier (Volkswirt, Gründer Goliathwatch e.V.), vergleicht und bilanziert, ob Modellökonomik oder marktdominante Unternehmen den größeren gesellschaftlichen Schaden anrichten und was mögliche Alternativen sind. Beispiele im Vortrag sind
der „Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte“ der Bundesregierung,
aktuelle Kartellpolitik gegen Bayer oder Facebook und entwicklungs- und
handelspolitische Politikberatung durch Ökonom*innen. Thomas Dürmeier gibt einen Einblick in die Arbeit der neuen NGO Goliathwatch und zeigt neue Wege zu einer gerechteren Wirtschaft auf.

Dienstag 02.07. 2019 / 18 Uhr / Von-Melle-Park 9 Raum S07

Green or no Deal! – Dirk Ehnts über MMT

Green or no Deal?!
Finanzierung öffentlicher Investitionen durch den Staat
mit Dr. Dirk Ehnts

Der einzige ‘Deal’ der unseren Planeten retten kann ist ein Green New Deal. Gemeint ist hiermit ein soziales und grünes Investitionsprogramm, das in den kommenden Jahren und Jahrzehnten regelmäßig mehrstellige Milliardenbeträge in den ökologischen Umbau investiert. Einige demokratische US-Kongressabgeordnete und Präsidentschaftskandidat* innen haben sich dem Slogan bereits verschrieben. Auch in Europa wird das Thema diskutiert. Doch welcher private Investor könnte und würde schon so viel Geld bereitstellen? Und sind nicht sämtliche EU-Staaten, einschließlich Deutschland, hoch verschuldet und damit beschäftigt die „schwarze Null“ einzuhalten?

Unser Gastdozent Dr. Dirk Ehnts vertritt als führender deutscher Vertreter der Geldtheorie „Modern Monetary Theory“ eine gänzlich andere Position zum Thema Staatsverschuldung und Investitionen.

Mithilfe einer bilanziellen Betrachtungsweise zeigt er auf, dass Staaten mit eigener Währung niemals unter Geldknappheit
leiden. Offen für Interessierte aller Fachrichtungen wollen wir diese und weitere spannende Thesen aufgreifen und die Notwendigkeit und Finanzierung eines Green New Deals diskutieren!

Am 18.06. haben wir Dirk Ehnts eingeladen um über die Geldtheorie hinter dem Green New Deal zu reden.

Wann? 18.06.2019, 18:00 Uhr

Wo? VMP9 Raum S 28


Lesekreis: „Rethinking Capitalism“

In diesem Semester lesen wir das Buch „Rethinking Capitalism“ welches von Mariana Mazzucato und Michael Jacobs herausgegeben wurde. „Rethinking Capitalism“ besteht aus 11 Texten von verschiedenen Ökonom*innen und behandelt die wirtschaftlichen Probleme und Fragen unserer Zeit wie z.B. Austerität, Ungleichheit, Innovation, Investment oder Privatisierungen. Dabei wird gezeigt, was die Fehler der vergangenen Wirtschaftspolitiken waren und wie sie von der orthodoxen ökonomischen Theorie beeinflusst wurde. Die Autoren zeigen dabei auch alternative Wirtschaftstheorien- und Politiken für einen inklusiven innovativen und nachhaltigen Kapitalismus auf.

Am 17.04. lesen wir die Einleitung des Buches von Mariana Mazzucato und Michael Jacobs in der die ökonomischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte skizziert werden und ein Überblick über die folgenden Texte gegeben wird. Die Einleitung gibt es hier zum Download: http://media.wiley.com/product_data/excerpt/50/11191209/1119120950.pdf

Der Lesekreis findet immer Mittwochs um 18 Uhr im Raum S29, Von-Melle-Park 9, statt.

Die Texte sind in englischer Sprache. Schreibt uns gerne eine Mail wenn ihr die Texte haben wollt oder Fragen habt: mail@plurale-oekonomik-hamburg.de

Sommersemester 2019: Kick-Off

Das neue Semester steht an und wir wollen euch gerne zum ersten Treffen einladen, um über Formate zu reden, die in diesem Halbjahr realisiert werden können. Da bisher viele Optionen im Raum stehen aber noch keine festgelegt sind, würden wir uns freuen eure Vorstellungen und Wünsche zu hören, damit wir gemeinsam die kommende Zeit gestalten können. Daher findet das nächste Treffen in entspannter Runde am 03.04. 18 Uhr im Raum VMP5, Raum 2138, statt. Wir freuen uns sehr auf alte/neue Gesichter und hoffen durch eure Mitgestaltung das Anliegen der pluralen Ökonomik allen näher bringen zu können!

Nachhaltigkeitslesekreis am 23.01.2019

Dieses Semester veranstaltet der Arbeitskreis Plurale Ökonomik
wieder einen Lesekreis. Im Rhythmus von 2 Wochen werden wir uns treffen und gemeinsam Texte besprechen.In diesem Semester werden wir uns mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ beschäftigen und dazu Texte aus unterschiedlichen Themenschwerpunkten wie zum Beispiel „Green Economy“, „Degrowth“ und „Climate Change“ lesen und diskutieren. Diese Woche beschäftigen wir uns mit der „Finanzialisierung von Nachhaltigkeit“. Der Lesekreis findet am 23.01. um 18:15 Uhr um VMP9 Raum S28 statt.

Nachhaltigkeitslesekreis am 16.01.2018

Dieses Semester veranstaltet der Arbeitskreis Plurale Ökonomik
wieder einen Lesekreis. Im Rhythmus von 2 Wochen werden wir uns treffen und gemeinsam Texte besprechen.In diesem Semester werden wir uns mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ beschäftigen und dazu Texte aus unterschiedlichen Themenschwerpunkten wie zum Beispiel „Green Economy“, „Degrowth“ und „Climate Change“ lesen und diskutieren.
Das dritte Treffen findet am 16. Januar statt und diesmal geht es um das Thema „Green Economy“ und „Rebound Effekte“.

Nachhaltigkeitslesekreis am 12.12.2018

Dieses Semester veranstaltet der Arbeitskreis Plurale Ökonomik wieder einen Lesekreis. Im Rhythmus von 2 Wochen werden wir uns treffen und gemeinsam Texte besprechen.
In diesem Semester werden wir uns mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ beschäftigen und dazu Texte aus unterschiedlichen Themenschwerpunkten wie zum Beispiel
„Green Economy“, „Degrowth“ und „Climate Change“ lesen und diskutieren.
Das dritte Treffen findet am 12. Dezember um 18:15 Uhr im Von-Melle-Park 9 S 28 statt und diesmal geht es um das Thema „Governing the Commons“, das durch Elenor Ostrom bekannt wurde.

Zur Vorbereitung lesen wir folgende kurze Texte und empfehlen folgendes Video:

1. The Tragedy of the commons – Garett Hardin

2. Governing the commons – Elenor Ostrom

3. Sustainable Development and the tragedy of commons (Video)

The Debate about the (im-)possibility of governing the commons,
started with Hardin’s article and the famous metaphor of cattle on a
pasture and the herdsmen who inevitably will let too much cattle on it
to maximize their own gain. Ostrom gives theoretical and empirical
evidence that this does not have to be the case and local population
being very much capable of governing a common resource. We will
discuss the possibility of governing public goods as it is ever more
important in the era of climate change.

(If needed the groups will be split into German and English discussion
groups so everyone can participate!)

Hardin hat die Debatte über die (Un-)Möglichkeit frei verfügbare aber
begrenzte Güter sinnvoll zu bewirtschaften mit seiner Metapher der
Kuhherde auf der Alm und dem Problem, dass die Hirten diese immer
überweiden werden, um ihren eigenen Nutzen zu maximieren, begonnen.
Dagegen steht Ostroms theoretische und empirische Arbeit das dies eben
nicht unbedingt der Fall sein muss. Die lokale Bevölkerung vor Ort
kann sehr wohl selbst entscheiden und über ihre öffentlich nutzbaren
Güter verfügen. Wir werden über die Möglichkeit öffentliche Güter
sinnvoll zu verwalten diskutieren, ein Thema, das in Zeiten des Klima
Wandels aktueller denn je ist.

Wir laden alle Interessierte ein vorbei zu kommen, mit uns zu diskutieren und freuen uns, wenn viele ihre Ansichten in den Diskurs einbringen. Bei Fragen schreibt uns gerne über Facebook oder an mail@plurale-oekonomik-hamburg.de.