(Evolutionäre) Institutionenökonomik

Die Originäre (evolutionäre) Institutionenökonomik analysiert die Entstehung (genauer: die „Emergenz“ aus komplexen Interaktionsprozessen) der informellen, interaktiv gelernten und habitualisierten sozialen Regeln und Institutionen, ihre elementare Bedeutung für die grundlegende Koordination von Akteuren, für Verständigung, Sprache, Kommunikation und Symbolik in allen sozio-ökonomischen Prozessen, ihre weiteren sozio-ökonomischen Wirkungen, ihren Wandel und auch ihren gelegentlichen Kollaps, im engeren Sinne natürlich auch in Bezug auf Produktion, Verteilung und Konsum, sowie die mit all dem verbundenen sozialen (Netzwerk-) Beziehungen. Aufgrund dieses realweltlichen Forschungsprogramms hat die Institutionenökonomik naturgemäß enge Verbindungen mit vielen anderen Disziplinen. Dazu gehören Soziologie, Wirtschaftsgeschichte, aber auch Evolutionspsychologie, Politikwissenschaft, Anthropologie, Evolutionsbiologie und Physik und seit Neuestem auch Kognitions-, Neuro-, Hirn- und Verhaltens-Wissenschaften, sowie die modernen Felder der sozialen Netzwerk-Analyse, komplexer Modellierung und Computersimulation. Jenseits der neoklassisch-„mainstreamigen“ (und in der politischen Intention i.d.R. neoliberalen) „Coasianischen“ Versuche einer „neuen“ Institutionenökonomik (NIE), die ökonomische Grundtatsache sozialer Institutionen zu begreifen, befassen wir uns mit der komplexen, prozessorientierten (evolutionären), realweltlichen und ca. 120 Jahre alten Forschungs- und Politiktradition der Original Institutional Economics (OIE) (auch als American Institutionalism oder evolutionary-institutional economics bezeichnet).

eine ausführlichere Einführung findet ihr auf Exploring Economics

Unsere (Lehr-)Buchempfehlung mit Verfügbarkeit in der Bibliothek:

Elsner, W; Heinrich, T; Schwardt, H. (2015): The Microeconomics of Complex Economies: Evolutionary, Institutional, Neoclassical, and Complexity Perspectives. Amsterdam; San Diego, Oxford: Elsevier/Academic Press.